Tibiaperiostitis im Radsport: Was ist das und wie kann man sie vorbeugen?
Die Tibiaperiostitis, umgangssprachlich als „Shin Splints“ bekannt, bezeichnet die Entzündung oder Reizung des Periosts, der Membran, die das Schienbein umgibt. Obwohl sie meist mit Sportarten mit hoher Stoßbelastung wie carrera in Verbindung gebracht wird, können auch Radfahrer von diesem Problem betroffen sein, besonders bei Überlastung, mangelnder Erholung oder falscher Technik.
Was ist Tibiaperiostitis?
Wie sie sich äußert und warum sie entsteht. Die Tibiaperiostitis verursacht dumpfe oder stechende Schmerzen an der Innenseite des Schienbeins, die sich bei körperlicher Aktivität verschlimmern und in Ruhephasen abklingen können. Dieser Schmerz entsteht durch die Entzündung des Periosts, meist aufgrund wiederholter Mikrotraumata. Bei Radfahrern, obwohl die Stoßbelastung geringer ist als beim Laufen, kann die andauernde Anspannung der Beinmuskulatur, eine falsche Haltung oder eine plötzliche Steigerung der Belastung das Periost reizen.

Warum können Radfahrer davon betroffen sein? Radfahren erfordert eine wiederholte Aktivität des hinteren Schienbeinmuskels und anderer Beinmuskeln. Wenn die Sattelhöhe, der Rückversatz oder die Cleats nicht richtig eingestellt sind, kann die Tretmechanik die Kraftverteilung verändern und Spannung am Schienbein erzeugen. Auch das längere Tragen von zu steifen Schuhen oder ungeeigneten Einlagen kann eine Tibiaperiostitis auslösen.
Risikofaktoren bei Radfahrern
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Überlastung und plötzliche Trainingssteigerungen. Eine zu schnelle Erhöhung der Trainingsdauer oder -intensität gibt dem Gewebe keine Zeit zur Anpassung und erhöht das Verletzungsrisiko.
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Biomechanik und Sitzposition auf dem Rad. Ein schlechtes Bike Fitting kann zu einer Position führen, in der Fuß und Knie nicht in einer Linie arbeiten. Das erzeugt Spannung in der Schienbeinmuskulatur und kann das Periost entzünden.
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Ungeeignetes Schuhwerk und Equipment. Zu steife oder abgenutzte Radschuhe und falsch montierte Cleats können die Biomechanik des Tretens beeinträchtigen.
Wie kann man Tibiaperiostitis vermeiden?
Biomechanische Analyse und Bike Fitting. Ein professionelles Bike Fitting hilft, das Fahrrad korrekt an die Anatomie des Radfahrers anzupassen. Die Überprüfung der Cleat-Position, der Sattelhöhe und des Knöchelwinkels verhindert Überlastungen im Schienbeinbereich. Eine Bewegungsanalyse kann Muster aufdecken, die korrigiert werden müssen, um die Spannung zu reduzieren.
Progressive Trainingsplanung. Die Belastungssteigerung sollte schrittweise erfolgen. Vermeide es, das Trainingsvolumen oder die Intensität plötzlich zu erhöhen, und wechsle lockere Ausfahrten mit Ruhetagen ab. So können sich Muskulatur und Periost ohne Reizung anpassen.
Gezielte Kräftigung und Dehnung. Trainiere die Wadenmuskulatur und den hinteren Schienbeinmuskel mit Kraft- und Elastikübungen. Dehnungen für den Zwillingsmuskel und Soleus helfen, die Flexibilität zu erhalten. Ein stabiler Core und starke Gesäßmuskeln verbessern ebenfalls die Ausrichtung der unteren Extremität.
Geeignetes Schuhwerk und unterstützende Einlagen. Das Tragen von geeignetem Schuhwerk und – falls von einem Spezialisten empfohlen – Einlagen zur Unterstützung des Fußgewölbes kann die Spannung auf das Schienbein reduzieren. Die Empfehlungen der Mayo Clinic zur Vorbeugung von Verletzungen beinhalten die Bewegungsanalyse, das Vermeiden von Übertraining und die Wahl von geeignetem Schuhwerk mit Fußgewölbestütze; diese Prinzipien lassen sich zur Vorbeugung einer Schienbeinperiostitis anwenden.

Was tun, wenn bereits eine Periostitis auftritt
Erste Behandlung: Ruhe und Kälte. Reduziere oder pausiere vorübergehend die Aktivität, damit sich das Periost erholen kann. Lege mehrmals täglich für 15 Minuten Eis auf die schmerzende Stelle, um die Entzündung zu verringern.
Physiotherapeutische und medizinische Interventionen. Ein Physiotherapeut kann Entlastungsmassagen, Ultraschall oder neuromuskuläre Tapes anwenden. In schweren Fällen kann ein Sportarzt den Einsatz von Entzündungshemmern oder spezifischeren Behandlungen in Betracht ziehen. Halte einen ständigen Kontakt mit dem Spezialisten, um die Behandlung je nach Verlauf anzupassen.
Allmähliche Rückkehr zum Radfahren und Nachsorge. Sobald der Schmerz nachlässt, beginne wieder schrittweise mit dem Training. Starte mit kurzen, wenig intensiven Einheiten und achte auf jegliche Beschwerden. Passe das Fahrrad und deine Biomechanik an, um Rückfälle zu vermeiden.

Letzte Tipps für schmerzfreies Radfahren
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Überprüfe regelmäßig deine Schuhe und Cleats.
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Integriere Kraft- und Flexibilitätsroutinen in dein Training.
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Höre auf deinen Körper; bei anhaltenden Schmerzen konsultiere einen Fachmann.
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Ziehe eine Variation der Disziplinen (Schwimmen, Gehen oder Kraftübungen) in Betracht, um die wiederholte Belastung zu reduzieren.
Die Schienbeinentzündung ist nicht nur Läufern vorbehalten; auch Radfahrer können darunter leiden, wenn sie nicht auf ihre Biomechanik, Trainingssteigerung und Ausrüstung achten. Die Bewegungsanalyse, das Vermeiden von Übertraining, geeignetes Schuhwerk und das Einlegen von Fußgewölbestützen sind allgemeine Präventionsstrategien. Eine frühzeitige Diagnose und die richtige Behandlung ermöglichen die sichere Rückkehr aufs Rad und sorgen für eine gesunde, schmerzfreie Praxis.

Tuvalum Team